Das OZG – Treiber für eine nachhaltige Verwaltung

14.12.2021 von Jörg Scholz


These 2: Digitalisierung ist die Grundlage für nachhaltiges Verwaltungshandeln


Das Online-Zugangs-Gesetz (OZG) verpflichtet Bund und Länder bis Ende 2022, Verwaltungsleistungen digital anzubieten. In einer Serie von Blogbeiträgen stellt Jörg Scholz, Telekom VP Kompetenzzentrum IT im Public Sektor, fünf Thesen zur Zukunft des OZG auf. Lesen Sie hier den zweiten Teil der Serie.


Das OZG ist ein wichtiger Meilenstein zur Entlastung der öffentlichen Verwaltung, aber auch der Beginn eines nachhaltigeren Verwaltungshandelns. Das ist höchste Zeit, denn Klimaschutz ist ein immer drängenderes gesellschaftspolitisches Ziel. Ein Thema, das in allen Bereichen stärker forciert werden muss. Bundeskanzler Schröder sagte im Jahr 2000: „Die Daten, nicht die Bürger sollen laufen.“

Damals primär auf die Notwendigkeit der Digitalisierung bezogen, findet dieses Zitat heute eine zweite Bedeutung: den Klimaschutz. Denn: wenn weniger Fahrten anfallen, um z. B. vor Ort Unterschriften zu leisten, wenn die Daten zu den Bürgerinnen und Bürgern kommen – und nicht umgekehrt – wenn Verkehrswege eingespart werden können, dann wird die Digitalisierung zum Treiber für Nachhaltigkeit und Umweltschutz. Auch die neue deutsche Regierung hat diesen Sachverhalt exponiert in ihren Koalitionsvertrag aufgenommen: „Wir wollen die Potentiale der Digitalisierung für mehr Nachhaltigkeit nutzen.“.

Vorhandene Technologien ausbauen und nutzen

Und wenn die Bürgerinnen und Bürger doch mal zum Amt fahren müssen? Dann braucht es eine intelligente, optimierte Verkehrssteuerung. Die dafür notwendigen Technologien sind bereits vorhanden und die Umsetzung wurde in Pilotprojekten bereits erprobt. Hier ruht noch viel ungenutztes Potential, dass wir ausschöpfen können. Zum Beispiel in der Stauvermeidung durch die intelligente Lenkung von Verkehrsströmen. Oder wie wäre es mit einer intelligenten City Maut? Sie könnte abhängig vom Verkehrsaufkommen zur Berufsverkehrszeit etwas teurer, in den Randzeiten vergünstigt sein. Außerdem gibt es viele brandaktuelle Fragen zum Thema intelligente Elektromobilität und E-Charging: Wie kann die Abrechnung im Ladesäulenmanagement weiter automatisiert werden? Wie können freie Ladestationen besser auffindbar gemacht werden?

Es gibt all die benötigten Technologien bereits, aber um die Möglichkeiten der Digitalisierung voll auszunutzen, müssen sie in die breite Fläche gebracht werden.

Ohne Digitalisierung keine Daten, ohne Daten kein Klimaschutz

Um die Technologien gewinnbringend für den Umweltschutz zu nutzen, müssen enorme Datenmengen gebündelt, ausgewertet und zur Verfügung gestellt werden, wie zum Beispiel bei der Gewinnung von Verkehrsdaten, die in Echtzeit an Bürgerinnen und Bürger im Auto übermittelt werden. Solche Daten zu generieren ist heute kein Problem mehr. Ebenso ist es keine Hürde, die Daten im Sinne des Klimaschutzes zu verarbeiten. Aber: Damit die Daten unter keinen Umständen in falsche Hände geraten, müssen wir unbedingt gewährleisten, dass sie hochsicher verarbeitet werden und geschützt sind. Auch das ist umsetzbar. Hier steht vor allem die IT-Industrie in der Pflicht, entsprechende Lösungen zur Verfügung zu stellen.

Intelligentes Energiemanagement in Rechenzentren

Die IT-Industrie selbst kann darüber hinaus noch einen weiteren maßgeblichen Beitrag im Sinne der Verwaltung leisten. Beispielsweise durch den nachhaltigen Bau bzw. die Optimierung neuer oder bestehender Rechenzentren und der dazugehörigen IT-Infrastruktur. Und erfreulicherweise ist die Berücksichtigung des Klimaschutzes bereits essenzieller Bestandteil der Planung neuer Rechenzentren.

Wir – also die deutsche Telekom – bauen gerade für einen kommunalen Dienstleister ein solches Rechenzentrum: 100 % klimaneutral. Im Sinne der Nachhaltigkeit und des Umweltschutzes haben wir diverse Maßnahmen inkludiert:

  • beispielsweise begrünte Fassaden – sogenannter Bio-Beton – welcher Kühlung durch Regenwasser ermöglicht.
  • Auch sind Solaranlagen heute schon fast Standard: Flächen können einfach genutzt werden, um Energie zu gewinnen.
  • Außerdem wird die Abwärme der Rechenzentren verwertet und neue klimafreundliche Kühlmittel eingesetzt.

Im Prinzip sind all diese Dinge einfache Mittel, die aber am Ende dazu führen, dass Rechenzentren in Summe klimaneutral aufgebaut werden können. Selbst wenn man nur einzelne dieser Punkte in bestehende IT-Infrastruktur oder Rechenzentren integriert, erzielt man immer noch CO2-Einsparungen von bis zu 30 %. Jede Tonne gespartes CO2 schützt unser Klima und leistet so einen Beitrag zu einem nachhaltigen Verwaltungshandeln.

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Jörg Scholz

Vice President Kompetenzzentrum IT im Public Sektor

Dafür zu sorgen, dass Institutionen der öffentlichen Verwaltung genau die IT bekommen, die sie brauchen, ist meine Leidenschaft. Als Vice President Kompetenzzentrum IT im Public Sektor bei der Deutschen Telekom stelle ich sicher, dass unsere Produkte und Dienstleistungen genau auf die Anforderungen der öffentlichen Verwaltung ausgerichtet sind und helfen, diese nachhaltig zu entlasten.